Kommentar von David Kunz, CIO bei BX Swiss
Anlegerinnen und Anleger handelten im April an der Schweizer Börse BX Swiss selektiv. Besonders gefragt waren Welt-ETFs, Schweizer Qualitätsaktien, Versicherungswerte, ausgewählte Technologietitel und Edelmetallprodukte.
Erkenntnis: Technologie und KI blieben stark im Fokus. Anleger kauften jedoch nicht jeden KI-nahen Titel, sondern unterschieden klar zwischen einzelnen Unternehmen.
Was zeigen die Handelsdaten von BX Swiss im April?
Die Handelsdaten von BX Swiss zeigen für April ein klares Muster: Anlegerinnen und Anleger suchten Qualität, Wachstum und Absicherung. Besonders auffällig war der Mix der meistgehandelten Titel. Breit diversifizierte Welt-ETFs, Schweizer Large Caps, Technologieaktien und Edelmetallprodukte standen im Zentrum der Handelsaktivität.
Meistgehandelte Aktien:
| 1. NVIDIA | US67066G1040 |
| 2. MICROSOFT | US5949181045 |
| 3. INTEL CORP | US5949181045 |
| 4. UBS GRP | CH0244767585 |
| 5. ABB | CH0012221716 |
Meistgehandelte ETFs :
| 1. INV FTSE ALL USD ACC | IE000716YHJ7 |
| 2. ZKB SILVRETFAA | CH0183135976 |
| 3. ISHS MSCI AC USD AC | IE00B6R52259 |
| 4. SWC ESG SDG IEW ET CHF | IE000ZI3FFP9 |
| 5. SWC-ESGEN SDG IE CH EA | CH1408319130 |
Welche Anlageklassen waren im April besonders gefragt?
Im April gehörten breit diversifizierte Welt-ETFs zu den meistgehandelten Instrumenten auf BX Swiss. Das spricht dafür, dass viele Anlegerinnen und Anleger weiterhin global investieren wollten, gleichzeitig aber auf breite Risikostreuung achteten.
Auch Edelmetallprodukte wurden stark gehandelt und mehrheitlich gekauft. Sie dienten offenbar als Absicherung in einem Umfeld mit Inflationssorgen, geopolitischen Risiken und Unsicherheit über den Zinspfad.
Kaufen Anleger weiterhin KI-Aktien?
Ja, KI-nahe Aktien blieben im April stark im Fokus der Anlegerinnen und Anleger. Die Handelsdaten zeigen jedoch, dass Anleger nicht pauschal jede KI-Story kauften. Sie unterschieden zunehmend zwischen strukturellen Gewinnern, hoch bewerteten Momentum-Titeln und Unternehmen mit höherem Wettbewerbsdruck.
Wie wurden Microsoft, NVIDIA, Intel und AMD gehandelt?
Microsoft wurde im April an der BX Swiss deutlich gekauft. Der Buy-Anteil lag bei 85 Prozent. Nvidia war nahezu ausgeglichen. Der Buy-Anteil lag bei 49 Prozent, was auf Zurückhaltung oder Gewinnmitnahmen nach einer starken Kursentwicklung hindeuten kann. Intel wurde mehrheitlich verkauft. Rund 70 Prozent der Handelsaktivität entfielen auf Verkäufe. AMD wurde ebenfalls mehrheitlich verkauft. Der Sell-Anteil lag bei 66 Prozent.
Welche Schweizer Aktien waren besonders gefragt?
Zu den wichtigsten Schweizer Aktien im April zählten UBS, ABB, Nestlé, Swiss Re und Zurich Insurance. Alle fünf Titel wurden netto gekauft. Besonders deutlich war der Kaufüberhang bei Swiss Re, Zurich Insurance und ABB. ABB kam auf einen Buy-Anteil von 67 Prozent. Swiss Re erreichte 72 Prozent, Zurich Insurance 71 Prozent.
Warum waren Schweizer Qualitätswerte gefragt?
Schweizer Qualitätswerte sind gefragt, da sie für robuste Geschäftsmodelle, stabile Cashflows und defensive Eigenschaften stehen. Gerade Versicherungen, Pharma-, Industrie- und Bauwerte erzielten hohe Umsätze. Dies zeigt, dass Anlegerinnen und Anleger im April nicht nur auf Wachstum, sondern auch auf Stabilität achteten.
Welche Rolle spielten Edelmetalle?
Edelmetallprodukte waren im April stark gehandelt und überwiegend gekauft. Das spricht dafür, dass Anlegerinnen und Anleger Edelmetalle als Absicherung nutzten. Mögliche Gründe dafür sind Inflationssorgen, geopolitische Risiken und Unsicherheit über die weitere Zinsentwicklung.
Welche Sektoren gewannen oder verloren an Aktivität?
Auf Sektorebene war Technologie der stärkste Gewinner. Die Aktivität im Technologiesektor stieg um 35.5 Prozent. Die Sektoren Energie und Grundstoffe verloren dagegen jeweils rund 28 Prozent an Aktivität. Shell, Exxon und Chevron wurden mehrheitlich verkauft. Dies deutet darauf hin, dass Anleger mögliche Energiepreisschocks eher als temporäres Risiko und weniger als nachhaltigen Rückenwind für Ölwerte einstuften.
Warum standen zinssensitive Bereiche unter Druck?
Zinssensitive Bereiche wie Immobilien und Aktien standen im April unter Druck. Das passt zu einem Marktumfeld mit höheren Renditen und geringerer Zinssenkungsfantasie. Bleiben die Zinsen länger hoch, geraten zinssensitive Anlagen häufig stärker unter Druck.
Fazit: Selektion statt blinder Risikobereitschaft
An der BX Swiss war der April kein Monat blinder Risikobereitschaft. Anlegerinnen und Anleger blieben investiert, handelten aber selektiv. Gefragt waren globale Diversifikation, Schweizer Qualitätsaktien, Versicherungswerte, ausgewählte KI-Gewinner und Edelmetalle als Absicherung. Besonders auffällig war die Differenzierung innerhalb des Technologiesektors. Während Microsoft klar gekauft wurde, wurden Intel und AMD mehrheitlich verkauft. Das zeigt: Der Markt bewertet nicht mehr jede KI-Story gleich.
„Der April zeigt, dass Anlegerinnen und Anleger an der BX Swiss nicht pauschal Risiko auf- oder abbauten, sondern sehr selektiv handelten. Zu den meistgehandelten Instrumenten gehörten Welt-ETFs, Schweizer Large Caps wie Swiss Re, Zurich, ABB und Nestlé wurden netto gekauft und auch Edelmetallprodukte waren prominent vertreten. Besonders auffällig ist die Differenzierung im Technologiesegment: Während Microsoft auf einen Buy-Anteil von 85 Prozent kam, wurden Intel und AMD mehrheitlich verkauft. Die Handelsdaten zeigen somit eine deutliche Spreizung innerhalb KI-naher und technologiebezogener Titel.”
