Das Umfeld an den Finanzmärkten hat sich mit der Coronakrise und dem Ukraine-Krieg zuletzt massiv verändert. In unsicheren Zeiten wie diesen ist es daher ratsam, sein Vermögen auf verschiedene Assetklassen zu verteilen, um sein Risiko zu minimieren. Gold hat den Ruf, als sicherer Hafen in Krisenzeiten zu gelten. Finanzexperten erachten es daher als ratsam, dass Anleger einen Teil ihres Vermögens in Gold investieren. Da sich eine Krise selten im Vorfeld ankündigt, kann eine dauerhafte Depotbeimischung von Gold sinnvoll sein.

Sein bisheriges Rekordhoch erzielte der Goldpreis im August 2020 bei 2.074 US-Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm). Einer der grössten Treiber für den Anstieg im Jahr 2020 war die Coronavirus-Pandemie, da die Anleger aus Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen bestrebt waren, ihr Vermögen durch Goldkäufe abzusichern. Nachdem die Pandemie bei den Marktteilnehmern ihren Schrecken verloren hatte, gab der Goldpreis jedoch wieder etwas nach. Doch mit der Invasion Russlands in die Ukraine nahm das Verlangen nach Sicherheit bei den Investoren erneut zu – der Goldpreis näherte sich kurze Zeit später seinem Rekordhoch aus dem Jahr 2020 wieder bis auf 5 US-Dollar an.

Der Goldpreis entwickelt sich meist konträr zum Aktienmarkt und spielt seine Stärken häufig aus, wenn der sich Aktienmarkt in einer Konsolidierungs- oder Korrekturphase befindet.

Gold hat im Vergleich zu anderen Anlageformen allerdings einen erheblichen Nachteil – Gold wirft weder Zinsen ab, noch erwirtschaftet es Dividendenerträge. Wer mit Gold eine positive Rendite erzielen möchte, muss auf zukünftige Preissteigerungen setzen.

Gold: 10 Jahres-Chart

Stand Chart 11.04.2022

Gold: 10 Jahres-Chart

Einfluss niedriger Zinsen auf die Goldpreisentwicklung

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Goldpreisentwicklung dürften die Zinsen sein. Das aktuell historisch niedrige Zinsniveau beschert Gold Vor- und Nachteile. Vorteile, weil sich der Ertragsnachteil gegenüber festverzinslichen Anlagen, die bei niedrigen Zinsen wenig Rendite abwerfen, reduziert. Herrscht gleichzeitig sogar eine hohe Inflation, wie aktuell, dann verlieren Anleger mit festverzinslichen Anlagen real sogar an Kaufkraft. Eine Unze Gold bleibt auch bei einer Inflation jenseits der 5-Prozent-Marke eine Unze Gold. Daher hat Gold auch den Ruf, als guter Schutz vor Inflation zu wirken.

Nachteile, weil sich Aktien in Zeiten niedriger Zinsen meist gut entwickeln, da die Kreditfinanzierungskosten für Unternehmen recht niedrig sind, was sich positiv auf die Gewinnsituation auswirkt. Im Vergleich zu Aktien verliert Gold dann an Attraktivität.

Einfluss anziehender oder hoher Zinsen auf die Goldpreisentwicklung

In Zeiten anziehender oder hoher Zinsen verliert das zinslose Gold etwas deutlicher an Attraktivität gegenüber festverzinslichen Anlagen, kann dann allerdings seinen Vorteil vor allem gegenüber Wachstumsunternehmen ausspielen, deren Kreditfinanzierungskosten deutlich steigen, was wiederum die Gewinne schmälert. Investoren kehren dem Aktienmarkt dann häufig den Rücken und schichten ihr Kapital in etwas risikoärmere Anlagenklassen, zu denen Gold zu zählen ist, um.

Wie viel sollte man in Gold investieren?

Auch wenn Gold als Krisenfest gilt, so schwankt auch der Goldpreis teils kräftig in die eine oder andere Richtung, weshalb Anleger niemals alles auf die Karte Gold setzen sollten. In den vergangenen Jahren haben sich die Aktienmärkte um ein Vielfaches besser entwickelt als der Goldpreis. Da sich eine Krise oder ein Bärenmarkt an den Aktienmärkten selten im Voraus ankündigt, kann es dennoch sinnvoll sein, Gold stets als Depotbeimischung zu besitzen. Experten raten daher zwischen 5 und 10 Prozent seines Vermögens in Gold zu investieren. Dies sollte allerdings lediglich als Orientierung dienen. Renditeorientierte Anleger sollten ihren Goldanteil eher etwas niedriger, sicherheitsorientierte Anleger eher etwas höher ansetzen.

Wie kann man am besten in Gold investieren?

Zunächst muss der Anleger für sich entscheiden, ob er direkt in das Edelmetall investieren oder lediglich an der Goldpreisentwicklung partizipieren möchte.

Index Tipp
Index Tipp

Direkt in Gold investieren

Bei einem direkten Investment in Gold erwirbt der Anleger Gold meist in Form von Münzen oder Barren. Hier sollte sich der Anleger jedoch gut informieren und etwaige Münzen und Barren nur bei seriösen Goldhändlern oder Banken erwerben. Der Besitz von physischem Gold kann für Anleger interessant sein, die wenig Vertrauen in das heutige Finanzsystem haben und sich gegen eine weitere Finanzkrise oder sogar einen Kollaps des gesamten Finanzsystems absichern möchten. Gold hat in den vergangenen 2000 Jahren etliche Finanzkrisen überstanden – eine Unze Gold ist in all den Jahren eine Unze Gold geblieben.

Weitere Möglichkeiten, um an der Goldpreisentwicklung zu partizipieren

Um an der Goldpreisentwicklung zu partizipieren, ist der Besitz von physischem Gold nicht immer zwingend nötig.

In Gold investieren über Derivate

Eine andere Möglichkeit in Gold zu investieren ist der Erwerb von Derivaten. Das sind Finanzprodukte, die in diesem Fall den Goldpreis nachbilden, aber nicht mit physischem Gold hinterlegt sind. Derivate können auch mit einem Hebel versehen sein, sodass der Anleger überproportional an der Goldpreisentwicklung partizipieren kann. Der Hebel wirkt jedoch in beide Richtungen – bei nachteiliger Entwicklung können Hebelprodukte zu einem Totalverlust führen. Derivate sind Schuldverschreibungen, die neben dem Kursrisiko auch ein Emittentenrisiko haben.

Hier geht es zu einer Auswahl an Derivaten, die den Goldpreis nachbilden

In Gold investieren über ETPs

Es gibt auch die Möglichkeit in Gold zu investieren über sogenannte Exchange Traded Products (ETPs). Bei ETPs handelt es sich um passiv gemanagte, an der Börse handelbare Wertpapiere, die die Kursentwicklung von Aktien, Anleihen, Indizes, Rohstoffen oder Währungen nachbilden. Exchange Traded Products ist allerdings der Oberbegriff. Bei Rohstoffen wie etwa Gold handelt es sich um Exchange Traded Commodities (ETCs). ETCs verbriefen in diesem Fall den Wert einer bestimmen Menge Gold und beinhalten oft einen Anspruch auf die physische Lieferung dieses Goldes. Im Unterschied zu Derivaten investiert der Emittent bei ETCs das Geld meist direkt in Gold (physische Hinterlegung). Zwar sind auch ETCs Schuldverschreibungen und besitzen ein Emittentenrisiko, doch ist das Ausfallrisiko bei ETCs wegen der physischen Hinterlegung begrenzt.

Hier geht es zu einer Auswahl an ETCs, die den Goldpreis nachbilden

In Gold investieren über ETFs

Eine Investition in Gold ist auch über Exchange Traded Funds (ETFs) möglich, die ebenfalls zu den Exchange Traded Products (ETPs) gehören. ETFs sind Investmentfonds, die meist einen Index – in diesem Fall den Goldpreisindex – nahezu 1 zu 1 nachbilden und ebenfalls an der Börse gehandelt werden. Der wesentliche Unterschied zwischen ETFs und ETCs liegt darin, dass ETCs rechtlich gesehen unbefristete Schuldverschreibungen und anders als ETFs eben keine Investmentfonds sind. Investmentfonds/ETFs werden rechtlich anders behandelt. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Emittenten, d.h. der Fondsgesellschaft, die den Gold-ETF aufgelegt hat, wäre das Vermögen des Anlegers besonders geschützt. Denn gemäss den Bestimmungen gehört das Vermögen eines ETFs zum sogenannten Sondervermögen der Fondsgesellschaft, das ausschliesslich den Anlegern gehört. In einigen Ländern, wie etwa Deutschland, ist der Erwerb von einem Gold-ETF jedoch nicht möglich, da ein ETF oder Investmentfonds sein Vermögen per Gesetzgebung nicht in nur eine Aktie/Rohstoff investieren darf. In den USA oder der Schweiz ist dies jedoch möglich.

Hier geht es zu einer Auswahl an ETFs, die den Goldpreis nachbilden

Indirekt in Gold investieren über Goldminenbetreiber

Auch die Beteiligung an Goldminengesellschaften durch den Erwerb von Aktien gilt als eine Form der Investition in Gold. Allerdings gilt dies als indirekte Investition, denn für die Aktienkursentwicklung sind nicht nur der Goldpreis, sondern auch andere Faktoren wie etwa das unternehmerische Geschick des jeweiligen Managements oder die Gesamtentwicklung der Aktienmärkte entscheidend. In der Regel partizipiert ein Anleger bei einem Investment in ein Goldminenunternehmen überproportional an der Goldpreisentwicklung. Ähnlich wie bei einem Derivat mit Hebel gilt dies jedoch in beide Richtungen.

Hier geht es zu einer Auswahl an Goldminenbetreibern

Top 5 der bedeutendsten Goldminen-Gesellschaften
Newmont Mining ISIN: US6516391066
Barrick Gold ISIN: CA0679011084
Newcrest Mining ISIN: AU000000NCM7
Agnico-Eagle Mines ISIN: CA0084741085
Gold Fields ISIN: ZAE000018123

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