Der Iran-Konflikt hat längst auch den Kupfermarkt erreicht. Dabei verläuft die Verbindung über einen zunächst unscheinbaren Rohstoff: Schwefel. Seit der Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus fehlen wichtige Lieferungen aus der Golfregion. Schwefelsäure wiederum wird bei der Gewinnung von Kupfer aus Oxiderzen benötigt. Rund ein Fünftel der weltweiten Primärkupferproduktion basiert auf dieser Technologie. Der Konflikt verschärft damit die ohnehin angespannte Versorgungslage. Gleichzeitig sorgen der Ausbau von Stromnetzen und Rechenzentren sowie die KI-Infrastruktur für eine kräftige Nachfrage. Anfang August stieg der Kupferpreis an der London Metal Exchange (LME) zeitweise über USD 14‘000 je Tonne.
Für Minenbetreiber ist das grundsätzlich eine komfortable Ausgangslage. Je höher der Kupferpreis, desto grösser ist bei stabilen Förderkosten der operative Hebel. Genau davon profitiert derzeit Southern Copper. Allerdings hat die Knappheit auch eine Kehrseite: Steigende Energie-, Transport- und Chemikalienkosten können die Produktion verteuern. Bislang überwiegt bei dem Konzern aber eindeutig der positive Preiseffekt.

Quelle: Refinitiv, Stand: 11.08.2026 Historische Daten sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen.
Explosives Wachstum
Southern Copper gehört zu den bedeutenden integrierten Kupferproduzenten der Welt. Die Minen, Hütten und Raffinerien des Konzerns liegen vor allem in Mexiko und Peru. Zu den grossen Anlagen zählen Buenavista und La Caridad in Mexiko sowie Toquepala und Cuajone in Peru. Neben Kupfer produziert der Konzern Molybdän, Zink und Silber. Allerdings ist das rote Metall tonangebend: Kupfer steuerte im zweiten Quartal rund 73% zum Umsatz bei und bleibt damit der mit Abstand wichtigste Ergebnistreiber. Wie mächtig der Rohstoffpreisanstieg auf die Bilanz durchschlägt, zeigt der jüngste Zahlenkranz. Das Unternehmen steigerte den Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40.6% auf den Rekordwert von USD 4.28 Mrd., der Nettogewinn schoss sogar um 71.6% auf USD 1.67 Mrd. nach oben. Das Ebita erhöhte sich derweil um 59.5%, die entsprechende Marge sprang von 58.7% auf 66.6%. Der durchschnittliche Kupferpreis lag mit USD 6.04 je Pfund nahezu 40% über dem Vorjahresniveau. Bemerkenswert ist, dass die Rekorde nicht auf höheren Fördermengen beruhten. Die eigene Kupferproduktion sank um 3.5%, die Kupferverkaufsmenge ging um 1.5% zurück. Umso stärker zeigt sich der Hebel steigender Metallpreise. Zudem profitierte Southern Copper von hohen Preisen seiner Nebenprodukte.
Millionengrenze in Sicht
Auch die Wachstumsperspektive kann sich sehen lassen. Für 2026 hat der in Phoenix, Arizona, ansässige Konzern seine Produktionsplanung auf 917‘000 Tonnen angehoben, rund 1% mehr als ursprünglich vorgesehen. 2027 dürfte die Förderung zunächst ungefähr stabil bleiben, ehe neue Projekte für den nächsten Schub sorgen. Tía María in Peru soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 anlaufen und in den ersten Betriebsjahren jährlich rund 120‘000 Tonnen Kupfer liefern. Für 2028 peilt der Konzern insgesamt etwa 970‘000 Tonnen an, 2029 sollen es bereits 1.06 Mio. Tonnen sein. Dann soll auch El Pilar in Mexiko einen Beitrag leisten. Das langfristige Ziel lautet auf mehr als 1.6 Mio. Tonnen bis 2033/34. Das Investitionsprogramm für dieses Jahrzehnt umfasst mehr als USD 20 Mrd.

Quelle: Southern Copper, Stand: August 2026 Historische Daten sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen.
Ausgedehnte Konsolidierung
An der Börse ist von den operativen Rekorden zuletzt allerdings nur bedingt etwas zu sehen. Nach dem steilen Höhenflug bis in den Bereich von USD 220 Anfang dieses Jahres ging Southern Copper dann aber die Luft etwas aus. Seit einigen Monaten bewegt sich der Titel unter Schwankungen seitwärts und schlängelt sich dabei entlang der 100-Tage-Linie. Zuletzt gelang wieder der Vorstoss an die Marke von USD 200. Charttechnisch positiv ist, dass der 200-Tage-Durchschnitt weiter ansteigt und inzwischen einen zusätzlichen Support auf der Unterseite bildet.
Hohe Coupons, hohe Hebel
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Wer dagegen eine klare Meinung zur kurzfristigen Kursrichtung hat, findet seit Neuestem auch Long- und Short-Hebelprodukte auf Southern Copper in der immer breiter werdenden Produktpalette von Leonteq. Damit lässt sich sowohl auf einen Ausbruch nach oben (Long) als auch auf einen erneuten Rücksetzer (Short) setzen. Die Hebel der aktuell fünf angebotenen Derivate reichen von rund 5 bis auf über 9.
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