Ein IPO, kurz für Initial Public Offering, ist der erstmalige öffentliche Verkauf von Aktien eines Unternehmens. Auf Deutsch spricht man von einem Börsengang.
Durch ein IPO wird aus einem privaten Unternehmen eine börsenkotierte Gesellschaft. Die Aktien des Unternehmens können nach der Kotierung grundsätzlich an einer Börse oder einem Handelsplatz gekauft und verkauft werden.
Vor einem Börsengang befinden sich die Aktien meist in den Händen eines kleineren Eigentümerkreises. Dazu zählen zum Beispiel Gründerinnen und Gründer, Mitarbeitende, Venture-Capital-Investoren, Private-Equity-Gesellschaften oder institutionelle Investoren.
Nach dem IPO öffnet sich das Unternehmen dem öffentlichen Kapitalmarkt. Damit können je nach Angebot, Handelsplatz und Zugang auch weitere Anlegerinnen und Anleger in die Aktie investieren.
Einordnung: Was verändert sich durch einen Börsengang?
Ein Börsengang ist für ein Unternehmen mehr als ein medienwirksamer erster Handelstag. Er ist ein strategischer Schritt an den öffentlichen Kapitalmarkt.
Für das Unternehmen kann ein IPO mehrere Ziele erfüllen. Es kann Kapital aufnehmen, den Anlegerkreis erweitern, bestehenden Aktionären Handelbarkeit ermöglichen und die Sichtbarkeit des Unternehmens erhöhen.
Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet ein IPO, dass sie sich grundsätzlich über den öffentlichen Markt an einem Unternehmen beteiligen können, das vorher privat war.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Unternehmen und Aktie. Ein Unternehmen kann bekannt, innovativ und wachstumsstark sein. Ob die Aktie nach dem Börsengang attraktiv bewertet ist, ist eine andere Frage.
Beispiel: Vom privaten Unternehmen zur börsenkotierten Gesellschaft
Ein Unternehmen ist vor dem IPO nur einem kleinen Kreis von Eigentümern zugänglich. Die Aktien werden nicht öffentlich gehandelt. Bewertungen entstehen häufig in privaten Finanzierungsrunden.
Beim IPO verkauft das Unternehmen erstmals Aktien an öffentliche Investoren. Nach der Kotierung entsteht ein Marktpreis. Dieser Preis bildet sich durch Angebot und Nachfrage im Börsenhandel.
Ein Beispiel: Ein Unternehmen aus dem Technologiesektor plant einen Börsengang. Vor dem IPO sind vor allem Gründer, Mitarbeitende und frühe Investoren beteiligt. Nach dem Börsengang können die Aktien grundsätzlich über den Markt gehandelt werden. Dadurch wird aus einem privaten Unternehmen eine börsenkotierte Gesellschaft.
Anlegerrelevanz: Was bedeutet ein IPO für Anleger?
Für Anlegerinnen und Anleger kann ein Börsengang interessant sein, weil er Zugang zu neuen Unternehmen und Wachstumsgeschichten eröffnet. Besonders bekannte Unternehmen erzeugen oft viel Aufmerksamkeit.
Diese Aufmerksamkeit ist aber nicht gleichbedeutend mit Anlagequalität. Bekanntheit, Medienpräsenz oder ein spannendes Produkt sagen wenig darüber aus, ob eine Aktie zum aktuellen Preis attraktiv ist.
Man sollten deshalb prüfen:
- Wie verdient das Unternehmen Geld?
- Ist das Unternehmen profitabel?
- Wie hoch ist die Bewertung?
- Welche Risiken nennt der Prospekt?
- Wie liquide ist die Aktie voraussichtlich?
- Passt die Aktie zur eigenen Strategie?
Ein IPO ist der Beginn eines neuen Kapitels am Kapitalmarkt. Für Anleger ist er vor allem ein Anlass zur Analyse.
