Am Freitag, 20. März 2026, ist wieder Hexensabbat an den Finanzmärkten. Hinter diesem markanten Begriff verbirgt sich kein Börsenmythos, sondern ein fester Termin im Kalender: ein quartalsweiser Verfallstag, an dem mehrere wichtige Finanzprodukte, sogenannte Derivate, gleichzeitig auslaufen. Dazu zählen vor allem Optionen auf einzelne Aktien und auf Indizes sowie Futures auf Indizes. Ihr Wert leitet sich von einem zugrunde liegenden Basiswert, wie beispielsweise einer Aktie oder einem Börsenindex, ab. Solche Termine fallen jeweils auf den dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember.

Für Anleger ist der Hexensabbat vor allem deshalb relevant, weil an diesem Tag besonders viele Marktteilnehmer gleichzeitig aktiv werden. Der Grund: Die Laufzeit bestimmter Finanzprodukte wie Optionen und Futures endet an diesem Termin. Wer solche Produkte hält, muss deshalb entscheiden, wie es weitergeht. Einige lassen sie auslaufen, andere ersetzen sie durch neue Kontrakte mit einer späteren Laufzeit und wieder andere passen ihre Anlagestrategie an. Dadurch werden oft deutlich mehr Kauf- und Verkaufsaufträge als sonst ausgelöst. Das kann zu einem höheren Handelsvolumen und zeitweise auch zu stärkeren Kursschwankungen führen, besonders gegen Ende des Handelstags.

Der Begriff bezeichnet einen Börsentag, an dem mehrere Arten von Derivaten gleichzeitig auslaufen. Derivate sind Finanzprodukte, deren Wert sich von einem anderen Basiswert, zum Beispiel von einer Aktie oder einem Börsenindex, ableitet. Am Hexensabbat betrifft das vor allem drei Gruppen: Aktienoptionen, Indexoptionen und Indexfutures. Im heutigen Marktumfeld ist deshalb meist von Triple Witching die Rede.

Teilweise ist auch weiterhin der Begriff Quadruple Witching im Umlauf. Historisch kam noch eine vierte Kategorie hinzu, nämlich Single-Stock-Futures, also Terminkontrakte auf einzelne Aktien. Heute wird in vielen Beiträgen dennoch häufiger von Triple Witching gesprochen.

Der Name klingt spektakulär, die Ursache ist jedoch rein technisch: Wenn viele dieser Kontrakte am selben Tag enden, steigt die Aktivität im Markt. Vor allem professionelle Marktteilnehmer passen dann ihre Geschäfte an. Dadurch kann es zu auffälligeren Bewegungen in Indizes, ETFs und stark gehandelten Einzelaktien kommen.

Welche Produkte sind betroffen?

Im Mittelpunkt des Hexensabbats stehen vor allem drei Arten von Finanzprodukten: Aktienoptionen, Indexoptionen und Indexfutures.

Aktienoptionen

Sie beziehen sich auf einzelne Aktien, also auf bestimmte Unternehmen. Läuft eine solche Option aus, kann das den Handel mit der jeweiligen Aktie beeinflussen, vor allem, wenn diese an der Börse sehr häufig gehandelt wird.

Indexoptionen

Sie beziehen sich dagegen nicht auf ein einzelnes Unternehmen, sondern auf einen ganzen Börsenindex. Dazu gehören beispielsweise Indizes, die die Entwicklung vieler Aktien zusammen abbilden. Weil viele professionelle Anleger mit solchen Indizes arbeiten, spielen Indexoptionen am Hexensabbat eine wichtige Rolle.

Indexfutures

Das sind Terminkontrakte auf einen Börsenindex. Auch sie laufen an diesem Tag aus. Dadurch müssen viele Marktteilnehmer entscheiden, ob sie das Geschäft beenden oder durch ein neues ersetzen. Das führt oft zu zusätzlicher Aktivität an der Börse.

Indirekt können deshalb auch ETFs sowie grosse und stark gehandelte Aktien in wichtigen Indizes stärker in Bewegung geraten. Der Grund dafür ist meist nicht eine neue Unternehmensnachricht, sondern die vielen Käufe und Verkäufe rund um den Verfallstag. Solche Effekte sind in der Regel oft nur von kurzer Dauer.

„Der Verfallstag am 20. März 2026 fällt in ein Umfeld erhöhter Unsicherheit. Neben den geopolitischen Spannungen rund um den Iran und der Nervosität an den Energiemärkten rückt auch die Fed-Sitzung unmittelbar vor dem Hexensabbat in den Fokus. Wenn solche Faktoren zusammenkommen, kann das die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer zusätzlich erhöhen.“

David Kunz (CIO, BX Swiss)

Was bedeutet der Hexensabbat für Privatanleger?

Für langfristig orientierte Anleger ist er in der Regel kein Anlass, die eigene Strategie grundsätzlich zu ändern. Zwar kann das Marktumfeld an diesen Tagen hektischer wirken, doch häufig handelt es sich um kurzfristige Effekte rund um den Verfall von Derivaten und nicht um neue fundamentale Erkenntnisse über Unternehmen, die Konjunktur oder die Zinsenentwicklung.

Relevant ist der Termin vor allem für aktive Trader oder Anleger, die selbst mit Optionen und Futures arbeiten. Wer am Hexensabbat handelt, sollte bedenken, dass Preisbewegungen zeitweise stärker von technischen Faktoren beeinflusst sein können als an gewöhnlichen Börsentagen. Besonders rund um den Börsenschluss kann die Marktaktivität nochmals zunehmen.

Warum der Hexensabbat kein Börsenschreck sein muss

Der Begriff „Hexensabbat“ erweckt den Eindruck von Chaos. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen planbaren und regelmässig wiederkehrenden Markteffekt. Wer dessen Mechanismen kennt, kann auffällige Bewegungen am grossen Verfallstag besser einordnen. Für viele Anleger ist dies die wichtigste Erkenntnis: Nicht jede starke Tagesbewegung ist gleich ein Signal für einen nachhaltigen Richtungswechsel.

„Der Hexensabbat ist ein regelmässig wiederkehrender Verfallstag, an dem viele Derivate gleichzeitig auslaufen. Für Anleger ist es entscheidend, solche Tage richtig einzuordnen. Höhere Volumina und kurzfristig stärkere Marktbewegungen sind häufig technischer Natur und nicht automatisch ein Signal für eine neue Grundrichtung an den Märkten.“

David Kunz (CIO, BX Swiss)

Fazit

Der Hexensabbat ist ein fester Termin im Börsenjahr. Viermal jährlich laufen mehrere wichtige Derivate gleichzeitig aus. Das kann das Handelsvolumen erhöhen und zeitweise auch die Volatilität verstärken. Für kurzfristig aktive Marktteilnehmer ist das besonders relevant. Für langfristige Anleger bleibt der grosse Verfallstag dagegen meist ein technischer Sondertermin, der vor allem kurzfristige Spuren im Markt hinterlässt.

Aktuell besonders im Blick:

Der nächste Hexensabbat am 20. März 2026 findet in einem von mehreren Unsicherheitsfaktoren geprägten Marktumfeld statt. Neben dem Verfall von Aktien- und Indexderivaten richten die Marktteilnehmer ihren Blick derzeit auch auf den Energiesektor. Die geopolitischen Spannungen rund um den Iran sowie die erhöhte Sensibilität an den Öl- und Gasmärkten sorgen dafür, dass Entwicklungen im Rohstoffbereich besonders genau beobachtet werden. Gleichzeitig folgt der Verfallstag unmittelbar auf die Fed-Sitzung vom 18. März, sodass auch geldpolitische Signale die Marktstimmung beeinflussen könnten. Diese Kombination dürfte die Aufmerksamkeit für den Hexensabbat diesmal noch einmal erhöhen.

Quellen:
CME Group, Expirations Calendar; Cboe, 2026 Options Expiration Calendar; Federal Reserve Board, Calendar March 2026 und FOMC Meeting Calendars; CME Group, Energy Options; CME Group, Weekly Energy Options.

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