Nachdem der Goldpreis bereits 2024 eine historische Rally hingelegt hatte, setzte sich der Trend in 2025 eindrucksvoll fort. Der durchschnittliche Goldkurs lag im Jahr 2025 bei rund 3‘439 USD pro Feinunze, und der Schlusskurs zum Jahresende betrug etwa 4‘338 USD je Unze – ein Plus von über 65 % gegenüber dem Jahresanfang.
Während das Jahr 2025 von starken Aufwärtsbewegungen geprägt war, erlebte der Markt zu Beginn von 2026 eine merkliche Korrektur und Konsolidierung, bevor Gold wieder an Stärke gewann. Mitte Februar 2026 notierte der Spotpreis bei etwa 5‘100 USD pro Unze, nachdem das Metall im Januar sogar schon auf über 5‘400 USD gestiegen war. Diese Entwicklung ist Ausdruck sowohl kurzfristiger Gewinnmitnahmen als auch längerfristiger, fundamentaler Nachfragefaktoren.
Wie schon in den Vorjahren trieb vor allem ein Mix aus geopolitischer Unsicherheit, Zinserwartungen, massiven Zentralbankkäufen und Kaufkraftabsicherung diese Entwicklung. Gleichzeitig führte die zeitweise Stabilisierung des US-Dollars und leicht gestiegene Realzinsen zu Gewinnmitnahmen und einer temporären Preisrücksetzung Anfang 2026 – doch der anschliessende erneute Anstieg auf über 5‘000 USD zeigt, dass Gold weiterhin stark nachgefragt wird.
- Gold im aktuellen Umfeld an den Finanzmärkten
- Einfluss der Zinsen auf die Goldpreisentwicklung
- Einfluss von Goldkäufen auf die Goldpreisentwicklung
- Wie viel sollte man in Gold investieren?
- Wie kann man am besten in Gold investieren?
- Direkt in Gold investieren
- Weitere Möglichkeiten, um an der Goldpreisentwicklung zu partizipieren
- In Gold investieren über Derivate
- In Gold investieren über ETPs
- In Gold investieren über ETFs
- Indirekt in Gold investieren über Goldminenbetreiber
- Fazit: Gold als Baustein für Krisen- und Inflationsschutz
Gold im aktuellen Umfeld an den Finanzmärkten
Internationale Grossbanken und Researchhäuser zeigen sich weiterhin überwiegend bullisch, auch wenn die extreme Dynamik der Vorjahre zuletzt etwas abgeklungen ist. Die Rally des Jahres 2025 war von zahlreichen neuen Allzeithochs geprägt. Die Gewinnmitnahmen zu Beginn des Jahres 2026 erwiesen sich als temporär: Mit Notierungen um rund 5‘100 USD je Feinunze Mitte Februar 2026 unterstreicht Gold seine Rolle als bevorzugter sicherer Hafen in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld.
Unabhängig von kurzfristigen Kurszielen sollte Gold dabei traditionell weniger als Renditeturbo verstanden werden, sondern primär als strategisches Schutzinstrument.
Für das laufende Jahr reichen die Prognosen von moderaten Zielmarken um 4‘900 USD bis hin zu Szenarien von über 5‘500 USD, sofern geopolitische Spannungen, strukturell hohe Zentralbankkäufe und ein fortschreitender Zinssenkungszyklus der Federal Reserve System das Umfeld weiter stützen. Die Erwartungen spiegeln weniger spekulative Euphorie wider als vielmehr eine Neubewertung struktureller Risiken – von hoher Staatsverschuldung bis hin zu zunehmender Fragmentierung der Weltwirtschaft.
Unabhängig von kurzfristigen Kurszielen sollte Gold dabei traditionell weniger als Renditeturbo verstanden werden, sondern primär als strategisches Schutzinstrument. In Zeiten erhöhter Unsicherheit, steigender Schuldenstände und latenter Währungsrisiken fungiert das Edelmetall als Krisen-, Inflations- und Absicherungsbaustein.
Innerhalb eines diversifizierten Portfolios erfüllt Gold weiterhin die Rolle eines Korrekturpuffers: In Marktphasen, in denen Aktienmärkte unter Druck geraten, zeigte sich das Edelmetall historisch häufig vergleichsweise stabil.
Einfluss der Zinsen auf die Goldpreisentwicklung
Der Einfluss des Zinsniveaus bleibt 2026 ein Schlüssel-Faktor. Während die Europäische Zentralbank und die Schweizerische Nationalbank 2025 bereits mehrere Zinssenkungen vorgenommen haben, blieb die Fed gegenüber Lockerungen zunächst zurückhaltend, bevor sie Ende 2025 erste Schritte in Richtung Zinssenkungen andeutete.
In dem Umfeld steigender Realrenditen Anfang 2026 entsprach die kurzzeitige Korrektur des Goldpreises diesem klassischen Muster: Höhere Realzinsen drücken nominal auf zinslose Anlageklassen. Doch diese Phasen waren relativ kurz, und der anschliessende Preisanstieg unterstreicht, dass Anlegerinnen und Anleger reale Risiken und Schuldenproblematiken stärker gewichten als kurzfristige Zinsdifferenzen.
Einfluss von Goldkäufen auf die Goldpreisentwicklung
Ein bedeutender Preistreiber der letzten Jahre sind und bleiben die Zentralbanken weltweit. Laut dem World Gold Council haben Notenbanken auch 2025 erneut grosse Mengen Gold akkumuliert. Diese Käufe dienen der Diversifikation weg von dominanten Fiat-Währungen, dem Aufbau strategischer Reserven und der Absicherung gegen geopolitische Risiken – Faktoren, die auch im aktuellen Marktumfeld für fundamentale Unterstützung sorgen. Diese Nachfrage bildet einen fundamentalen Unterstützungsfaktor für den Goldpreis, besonders in einem geopolitisch angespannten Umfeld.
Wie viel sollte man in Gold investieren?
Trotz der starken Performance d bleibt Gold ein volatil. Kursschwankungen – wie die Korrektur zu Beginn des Jahres 2026 – verdeutlichen, dass auch das Edelmetall zeitweise unter Druck geraten kann. Häufig wird daher eine strategischen Beimischung von 5 % bis 10 % des liquiden Vermögens als Orientierungsrahmen genannt, abhängig von Risikoprofil und Zielsetzung.
Wie kann man am besten in Gold investieren?
Zunächst müssen Anlegerinnen und Anleger für sich entscheiden, ob sie direkt in das Edelmetall investieren oder lediglich an der Goldpreisentwicklung partizipieren möchten.
Direkt in Gold investieren
Bei einem direkten Investment in Gold erwerben Anlegerinnen und Anleger das Metall meist in Form von Münzen oder Barren. Hier sollte man sich jedoch gut informieren und die Münzen und Barren nur bei seriösen Goldhändlern oder Banken erwerben. Der Besitz von physischem Gold kann für Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die wenig Vertrauen in das heutige Finanzsystem haben und sich gegen eine weitere Finanzkrise oder sogar einen Kollaps des gesamten Finanzsystems absichern möchten. Gold hat in den vergangenen 2000 Jahren sämtliche Finanzkrisen überstanden – eine Unze Gold ist in all den Jahren eine Unze Gold geblieben.
Beim Kauf von physischem Gold ist zunächst zu beachten, dass die Preise je nach Produkt variieren und dass die Gewinnspannen der Händler unterschiedlich ausfallen. Sowohl bei Barren als auch bei Münzen fährt man billiger, wenn man grössere Stückelungen kauft beziehungsweise verkauft. Bei manchen Münzen kommt zum Materialwert noch ein Sammlerwert hinzu; bei den gängigsten wie dem Goldvreneli oder dem Krugerrand ist dies allerdings nicht der Fall. Zudem haben solche Münzen den Vorteil der Liquidität: Sie lassen sich jederzeit problemlos zum Marktpreis wieder veräussern.
Wichtig ist ausserdem, bei Goldbarren auf die LBMA-Zertifizierung zu schauen: Nur Gold, das unter Einhaltung gewisser Umweltstandards und sozialer Standards produziert wurde, wird von der London Bullion Market Association (LBMA) zertifiziert und ist für den Handel in Grossbritannien, der Schweiz und der Europäischen Union zugelassen.
Für Gold gilt eine Anonymitätsgrenze: In der Schweiz darf eine natürliche Person jährlich Edelmetallwaren im Wert von 15’000 Franken ohne Legitimation erwerben, in Österreich immerhin bis 10’000 Euro, in Deutschland hingegen höchstens im Wert von 2’000 Euro. Das gilt nur für den Kauf bei Händlern, denn bei Banken muss man sich ohnehin stets ausweisen. Übrigens fällt in der Schweiz und in der Europäischen Union auf Goldbarren und Goldmünzen anders als bei anderen Edelmetallen in der Regel keine Mehrwertsteuer an.
Möglichst nicht erst nach dem Kauf stellt sich die Frage nach der Lagerung des edlen und wertvollen Metalls. Es nimmt zwar so gut wie gar keinen Platz weg – 1 Liter Gold wiegt rund 19,3 Kilogramm und wäre bei einem Goldpreis von circa 5‘100 USD pro Feinunze Mitte Februar 2026 etwa 3,2 Millionen USD wert – doch es ist hochgradig diebstahlgefährdet. Lösungen sind Tresore, Versicherungen, Schliessfächer, Goldverwahrungen und andere mehr.
Weitere Möglichkeiten, um an der Goldpreisentwicklung zu partizipieren
Um an der Goldpreisentwicklung zu partizipieren, ist der Besitz von physischem Gold nicht immer zwingend nötig.
In Gold investieren über Derivate
Eine andere Möglichkeit, in Gold zu investieren, ist der Erwerb von Derivaten. Das sind Finanzprodukte, die in diesem Fall den Goldpreis nachbilden, aber nicht mit physischem Gold hinterlegt sind. Derivate können auch mit einem Hebel versehen sein, sodass Anlegerinnen und Anleger überproportional an der Goldpreisentwicklung partizipieren können. Der Hebel wirkt jedoch in beide Richtungen – bei nachteiliger Entwicklung können Hebelprodukte zum Totalverlust führen. Derivate sind Schuldverschreibungen, die neben dem Kursrisiko auch ein Emittentenrisiko haben.
Hier geht es zu einer Auswahl an Derivaten, die den Goldpreis nachbilden
In Gold investieren über ETPs
Es gibt auch die Möglichkeit, über sogenannte Exchange-Traded Products (ETPs) in Gold zu investieren. Bei ETPs handelt es sich um passiv gemanagte und an der Börse handelbare Wertpapiere, die die Kursentwicklung von Aktien, Anleihen, Indizes, Rohstoffen oder Währungen nachbilden. „Exchange-Traded Products“ ist allerdings nur der Oberbegriff. Bei Rohstoffen wie etwa Gold handelt es sich genauer gesagt um Exchange-Traded Commodities (ETCs). ETCs verbriefen in diesem Fall den Wert einer bestimmen Menge Gold und beinhalten oft einen Anspruch auf die physische Lieferung dieses Goldes. Im Unterschied zu Derivaten investiert der Emittent bei ETCs das Geld meist direkt in Gold (physische Hinterlegung). Zwar sind auch ETCs Schuldverschreibungen und besitzen ein Emittentenrisiko, doch ist das Ausfallrisiko bei ETCs dank der physischen Hinterlegung begrenzt.
Hier geht es zu einer Auswahl an ETCs, die den Goldpreis nachbilden
In Gold investieren über ETFs
Eine Investition in Gold ist auch über Exchange-Traded Funds (ETFs) möglich, die ebenfalls zu den Exchange-Traded Products (ETPs) gehören. ETFs sind Investmentfonds, die meist einen Index – in diesem Fall den Goldpreisindex – nahezu 1 zu 1 nachbilden und ebenfalls an der Börse gehandelt werden. Der wesentliche Unterschied zwischen ETFs und ETCs liegt darin, dass ETCs rechtlich gesehen unbefristete Schuldverschreibungen und anders als ETFs eben keine Investmentfonds sind. Investmentfonds/ETFs werden rechtlich anders behandelt. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Emittenten, d.h. der Fondsgesellschaft, die den Gold-ETF aufgelegt hat, ist das Vermögen der Anlegerinnen und Anleger besonders geschützt. Denn gemäss den Bestimmungen gehört das Vermögen eines ETFs zum sogenannten Sondervermögen der Fondsgesellschaft, das ausschliesslich den Anlegerinnen und Anlegern gehört.
Hier geht es zu einer Auswahl an ETFs, die den Goldpreis nachbilden
Indirekt in Gold investieren über Goldminenbetreiber
Auch die Beteiligung an Goldminengesellschaften durch den Erwerb von Aktien gilt als eine Form der Investition in Gold. Allerdings ist dies eine indirekte Investition, denn für die Aktienkursentwicklung sind nicht nur der Goldpreis, sondern auch andere Faktoren wie etwa das unternehmerische Geschick des jeweiligen Managements oder die Gesamtentwicklung der Aktienmärkte entscheidend. In der Regel partizipieren Anlegerinnen und Anleger bei einem Investment in ein Goldminenunternehmen überproportional an der Goldpreisentwicklung. Ähnlich wie bei einem Derivat mit Hebel gilt dies jedoch in beide Richtungen.
Top 5 der bedeutendsten Goldminen-Gesellschaften
Basierend auf Marktkapitalisierung, Förderleistung und Branchenrankings.
Newmont Corporation
Einer der weltweit grössten Goldproduzenten mit globaler Präsenz und diversifiziertem Portfolio.
ISIN: US6516391066
Barrick Mining Corporation
Grosser kanadischer Produzent mit umfangreicher globaler Projektbasis; stark in Nord‑ und Südamerika.
ISIN: CA06849F1080
Agnico Eagle Mines Limited
Wichtiger kanadischer Goldproduzent mit mehreren Minenprojekten weltweit.
ISIN: CA0084741085
Gold Fields Limited
Bedeutender südafrikanischer Gold‑ und Rohstoffproduzent.
ISIN: US38059T1060
Kinross Gold Corporation
Kanadischer Goldproduzent mit Minen in Nord‑ und Südamerika sowie Afrika.
ISIN: CA4969024047
Fazit: Gold als Baustein für Krisen- und Inflationsschutz
Gold bleibt nach der starken Rally 2024 und 2025 ein zentrales Anlage- und Absicherungsinstrument. Die Entwicklung von einem Schlusskurs um 4‘338 USD Ende 2025 bis hin zu stabilen Kursen um 5‘100 USD pro Feinunze (Februar 2026) zeigt, dass Gold trotz technischer Rücksetzer weiterhin stark nachgefragt wird.
Die Faktoren, geopolitische Unsicherheit, strukturell hohe Schuldenstände, Zinsperspektiven und massive Zentralbankkäufe,sind nach wie vor präsent. Auch wenn Gold keine laufenden Zinseinnahmen generiert, bleibt es als Krisen- und Inflationsschutz ein unverzichtbarer Baustein in einem breit diversifizierten Portfolio.
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